criminalis                                     Dr. Dorothea Puschmann
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criminalis - Nachlese


  

Für Sie gelesen - empfehlenswerte Bücher, Veranstaltungen, Ausschreibungen ...

Vorschau: Im Mai 2010 wird die Anthologie “Mörderisches Münsterland” im KBV-Verlag erscheinen, die sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen! (Hg.: Sandra Lüpkes und Jürgen Kehrer). ISBN 987-3940077844  Euro 9,90 - Sichern Sie sich schon jetzt Ihr Exemplar.                                                                                                                          Ob es über Auftragskiller geht, Nacktbaden im Dortmund-Ems-Kanal, Udo Lindenberg, Wasserschlösser und Schriftsteller, Bauernhöfe, Polizeiarbeit oder viel Holz im Teutoburger Wald bei Holperdorp - es erwarten Sie in jedem Fall spannende Geschichten. Die Autoren:                                                                                                                  Michael Bresser/ Martin Springenberg, Sabine Deitmer, Peter Godazgar, Katrin Heinrichs, Stefan Holtkötter, Norbert Horst , Jürgen Kehrer, Ralf Kramp, Sandra Lüpkes, Andre Lütke- Bohmert, Eva Maaser, Judith Merchant, Ursula Meyer, Sandra Niermeyer, Markus Paßlick, Gisa Pauly, Dorothea Puschmann, Adam Riese, Georg Veit, Regula Venske.

P. B. Kerr, Die Kinder des Dschinn, Bd. 4, Entführt ins Reich der Dongxi.
Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2009
Im vierten Band seiner Dschinn-Jugendbuch-Reihe läuft der wissenschaftlich und phantasiebegabte Philipp Kerr mal wieder zur Hochform brillanter, unterhaltender Erzählkunst auf.
Strenge Dschinn-Regeln, Begegnungen mit historischen Geistern, Abenteuer wegen der Absicht, einen Freund zu retten und spannende Mysterien um die chinesische           Terrakotta-Krieger-Armee -- Kerr entfesselt ein rasantes Feuerwerk in bester Fantasy Art  -- jedes der Bücher aus dieser Reihe ist eine intelligente Antwort auf Harry Potter.
Die Abenteuer der amerikanischen Dschinn-Zwillinge Philippa und John Gaunt eignen sich für Leseratten ab der Vorpubertät (jeder Band umfasst circa 400 Seiten).                  Der deutsche Titel des vierten Bandes ist nicht besonders gut gewählt, denn die Dschinn wurden keineswegs entführt, sondern begaben sich freiwillig an das Ziel.             Dorothea Puschmann  
 

Kunst entwickelt: Rainer Wieczorek, Zweite Stimme. Eine Künstlernovelle. Geb., 138 Seiten. Dittrich Verlag, 2009.
Eine Begegnung, die jedem passieren kann, die aber in der Novelle „Zweite Stimme“ so etwas Besonderes entfacht, dass sie ein Leben gänzlich verändert.
Es geht um das Treffen des Künstlers Skala und des Frührentners Baumeister irgendwo in tiefster hessischer Provinz. Bestimmte Probleme jedes Einzelnen lösen sich durch offenes Aufeinander-Zugehen, durch das Sich-Gegenseitig-Ernst-Nehmen beider Protagonisten.
Die subtile, lebensvolle Zeichnung der Charaktere Skalas, des notwendigerweise egozentrischen Künstlers und des braven, aber entwicklungsfähigen Baumeisters zeigt die hohe Qualität der Darstellungsgabe des Autors.
Mit seinen beiden Protagonisten lässt Wieczorek den Leser teilnehmen an der Bedeutsamkeit  von Ideen und deren Umsetzung, an den sozialen Möglichkeiten des Individuums, und wie sehr der Mensch die Kunst braucht, um sinnvoll zu leben.   
Sprachlich versiert spielt der Autor mit der engen Verknüpfung der Tempora, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die das Leben ausmachen, von Indikativ und Konjunktiv innerhalb eines Satzgefüges, Wieczoreks Art u. a., Spannung zu erzeugen und den Leser im Sog der Geschichte festzuhalten. 
Mit der Künstlernovelle „Zweite Stimme“ hat  Wieczorek ein vielschichtiges Werk vorgelegt, das inhaltlich wie sprachlich ein absoluter Genuss ist. Christina Brinkmann
 

München blutrot. 16 Autoren, 39 Tote. Eine Stadt.
Andreas Izquierdo & Angela Esser (Hrsg.), kart., 247 S., mit Illustrationen von Antje Stockmann. 2009, Kölnisch-Preußische Lektoratsanstalt,
Die Abgründe menschlicher Seelen sind nicht nur nahezu bodenlos, sondern facetten- reich wie sämtliche höllischen Vorhöfe und inneren Kreise zusammen. Darin sind sich die 16 Autor(inn)en der Anthologie „München blutrot“ bei aller Verschiedenheit ihrer Storys einig. Die mit sicherer Hand für literarische Qualität gesegneten Herausgeber Angela Esser und  Andreas Izquierdo haben in „München blutrot“ 16 höchst unterhaltsame und lesenswerte Kurz-Krimis zusammengestellt , die an Originalität, Dramatik und Ausgefallenheit kaum zu übertreffen sind. Ein Muss für alle Literatur- und Krimifreunde. Die bizarren gegenständlichen Illustrationen entsprechen den ausgefallenen Geschichten. Leider wird der Klappentext der Qualität der 16 Geschichten überhaupt nicht gerecht.
(Autor(inn)en: Sandra Niermeyer, Andrea M. Schenkel, Stefan Slupetzky, Heidi Rehn, Andreas Izquierdo, Henrike Heiland, Beatrix Mannel, Iny Lorentz, Roger Fiedler, U.A.O. Heinlein, Friedrich Ani, Angela Esser, Zoe Beck, Carsten S. Henn, Jörg Juretzka, Michael Rossié) Dorothea Puschmann

Verbotene Liebe. Siegfried Lenz, Schweigeminute. 128 Seiten. 2009, dtv 13823.        (Hoffmann und Campe, 2008)
Wie eine Sternschnuppe leuchtet Stella für kurze Zeit im Leben des 18 jährigen Christian. Mit seiner Novelle „Schweigeminute“ hat Siegfried Lenz ein stark anrührendes, zauberhaftes, dabei tief philosophisches Werk geschaffen, das nachhaltig beeindruckt. Christina Brinkmann
 

Franziska Kelly, Als sei nichts gewesen. 13 Kriminalstorys und Thriller. Pb., 196 S. Romantruhe, 2009.
In ihrer neuesten Anthologie hat die aktive Menschenrechtlerin, überzeugte Feministin und große Tierfreundin und Psychologin Franziska Kelly 13 Kriminalstorys veröffentlicht. Kelly ist eine Meisterin in der Darstellung tiefer Empfindungen, die ihre Protagonistinnen überzeugend und lebendig wirken lassen. Als Leserin fühlt man mit den intensiven Gedanken der Figuren und gerät wie diese durch lebhaft-natürliche Dialogführung und geschickten Tempuswechsel unter Hochspannung. Jede dieser Kriminalstorys in „Als sei nichts gewesen“ ist ein echtes Erlebnis und unbedingt lesenswert.                        Christina Brinkmann

Unerbittlich: Philip Kerr, Das letzte Experiment, geb., 462 S., Wunderlich, 2009. (Deutsch von Axel Merz)
Buenos Aires im Jahr 1950. Dr. Carlos Hausner alias  Bernhard Gunther, den Lesern von Kerrs Berlin Trilogie als Detektiv bekannt, hat das argentinische Exil erreicht. Hier werden Alt-Nazis mit offenen Armen empfangen. Neue Namen sind wichtig als Tarnung gegen die fortgesetzten Fahndungen der USA nach deutschen Kriegsverbrechern.
Gunther, der sich Präsident Péron gegenüber zu erkennen gibt, erhält in seiner neuen Funktion als Mitarbeiter des argentinischen Geheimdienstes aus ersten Kreisen den Auftrag, ein verschwundenes Mädchen zu suchen. Bei seinen Ermittlungen erinnert er sich an ähnlich gelagerte Fälle aus dem Jahr 1932, als er noch Berliner Kriminalkommissar war und mit medizinischen Machenschaften von Nazis konfrontiert wurde.
Der altgediente Detektiv, der niemals ein Nazi war, sieht sein Leben in Argentinien genauso gefährdet wie zu Zeiten der Gestapo in Deutschland. Besonders bedrohlich wird es für Gunther, als er sich in eine weitere Auftraggeberin, die schöne, sehr viel jüngere Jüdin Anna, verliebt. Die bestialischen Waffen des argentinischen Geheimdienstes wenden sich gegen ihn …
Autor Philip Kerr beherrscht die Kunst, die Katastrophen der jüngeren Geschichte in leserfreundliche Romanform zu verpacken. Mit seinem phantasievollen Spiel der Möglichkeiten, Reales mit Fiktion zu koppeln, gelingt es Kerr auch im neuen Band „Das letzte Experiment“, die Leser in seinen Bann zu ziehen. Christina Brinkmann
 

Frisch aufgelegt: Zvi Kolitz, Jossel Rakovers Wendung zu Gott. Jiddisch- Deutsch. Herausgegeben von Paul Badde. Mit Zeichnungen von Tomi Ungerer. 2008, Diogenes TB.
In der Diogenes-Reihe Bücher gegen das Vergessen ist „Jossel Rakovers Wendung zu Gott“ von Zvi Kolitz als Taschenbuch neu aufgelegt worden. Die Jiddische Erstausgabe erschien am 25.9.1946 in „Die Jiddische Zeitung“ in Buenos Aires.
Jossel Rakover, ein fiktiver Warschauer Jude, der den Kampf gegen die Nazis im War- schauer Ghetto miterlebte - es war das erste Mal, dass sich Juden gegen Feinde zur Wehr setzten - formuliert in der Stunde seines Sterbens seine Rede zu Gott so zu Herzen gehend, dabei mit der typisch jüdischen Logik, dass seine Worte einen nahezu eindringlich missionarischen Effekt auf den Leser ausüben.
Leser, die des Jiddischen mächtig sind oder diese originelle Sprache lernen möchten, finden nicht nur den entsprechenden Text jeweils auf der linken Seite, sondern im Anhang den Faksimile-Druck in Originalbuchstaben.
Über den Autor Zvi Kolitz (1912 – 2002), dessen Jugend in Litauen, seinen Exodus 1937 über Italien nach Palästina und die Entstehung des „Jossel Rakover“ erfährt der Leser außerordentlich Informatives.
Tomi Ungerers Illustrationen unterstreichen die Atmosphäre des Werkes in zurück- haltenden Grautönen und drücken extreme Spannungsmomente lediglich im starken Hell-Dunkel-Kontrast aus.
Mit dieser Ausgabe von „Jossel Rakovers Wendung zu Gott“ haben der Herausgeber Paul Badde und der Diogenes Verlag einen sehr gelungenen und dankenswerten Beitrag in der Reihe Bücher gegen das Vergessen geleistet.                                            Christina Brinkmann

Weitere Empfehlungen:                                                                                                                            David Ignatius, Der Mann, der niemals lebte. 2008, Rowohlt TB (fiktiv, doch überaus realistisch wirkender Thriller um CIA-Operationen im Nahen Osten. Unglaublich spannend!)                                                                                                                                                   Lincoln Child, Wächter der Tiefe. Geb., 2008, Wunderlich Verlag (12000 Fuß unter der Meeresoberfläche, auf der Bohrinsel “Storm King”, glauben sich Wissenschaftler unmittelbar vor einem gigantischen archäologischen Fund. Doch wie meist, wenn Menschen denken, sie könnten die Natur beherrschen, kommt es ganz anders ... Child schafft es meisterhaft,, selbst  einem absoluten Laien der Materie den Eindruck zu vermitteln, er könne verstehen, worum es hier geht.                                            Jean-Francois Vilar, Die Verschwundenen. Pb., 2008, Assoziation A (für Freunde des Roman noir)



 
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www.lobby-fuer-menschenrechte.de                                                                   www.weisser-ring.de                                                                                      www.attac.de Eine andere Welt ist möglich – wenn Sie mitmachen!

______________________________________________________________________________________   Die Jury des „Syndikats“ (Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur)
gibt die Nominierten für den Friedrich-Glauser-Preis 2009 bekannt:              Kategorie Roman:
•Rob Alef – „Das magische Jahr“, Rotbuch
•Wilfried Eggers – „Paragraph 301“, Grafit
•Bernhard Jaumann – „Die Augen der Medusa“, Aufbau
•Gisa Klönne – „Nacht ohne Schatten“, Ullstein
•Heinrich Steinfest – „Mariaschwarz“, Piper

Kategorie Debut:
•Lucie Klassen – „Der 13. Brief“, Grafit
•Oliver Pötzsch – „Die Henkerstochter“, Ullstein
•Jochen Rausch – „Restlicht“, KiWi
•Linus Reichlin – „Die Sehnsucht der Atome“, Eichborn
•Amaryllis Sommerer – „Selmas Zeichen“, Milena

Kategorie Kurzkrimi:
•Sebastian Fitzek – „Alles für Bergkamen“
(in: „Mord am Hellweg IV”, grafit)
•Sandra Lüpkes – „Das Gewissen von Werl“
(in: „Mord am Hellweg IV”, grafit)
•Jörg Juretzka – „Die Matraze von Uentrop“
(in: „Mord am Hellweg IV”, grafit)
•Hans Forster – „Himmel und Hölle“
(in: „Im Kreis der Familie”, Fischer Taschenbuch)
•Judith Merchant – „Monopoly“
(in: „Money. Geschichten von schönen Scheinen”, Verlag J. Heyn)

Die Nominierten für den Hansjörg-Martin-Preis
(Kinder- und Jugendkrimi) sind:
•Robert Brack – „Kai und die Weihnachtsdiebe“, Carlsen
•Olaf Büttner – „Die letzte Party“, Sauerländer
•Franziska Gehm – „Der Tote im Dorfteich“, Sauerländer
•Marjaleena Lembcke – „Der Mann auf dem roten Felsen“, Nagel & Kimche
•Christian Linker – „Blitzlichtgewitter“, dtv

Die endgültigen Preisträger benennt die Jury bei der Abschlussgala der „Criminale“ 2009, die in Singen-Schaffhausen am 9. Mai in der Stadthalle Singen stattfinden wird.

Der Schriftsteller Hans Werner Kettenbach (80) wird im Rahmen des Festivals für sein Gesamtwerk geehrt und erhält den diesjährigen Ehren-Glauser. Neben zahlreichen Romanen hat er überaus erfolgreiche Hörspiele und Fernsehdrehbücher geschrieben und war bis 1992, bis zu seinem Ausscheiden, stellvertretender Chefredakteur beim Kölner Stadt-Anzeiger.

Unter der organisatorischen Obhut des Bochumer Krimi Archivs hat die
Jury - der führende Krimi-Kritiker und Krimi-Buchhandlungen angehören -
die Neuerscheinungen des Jahres 2008 kritisch und unabhängig geprüft.
Der DEUTSCHE KRIMI PREIS 2009 geht an:
NATIONAL:
1. Platz:  Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome  (Eichborn Berlin)
2. Platz:  Bernhard Jaumann: Die Augen der Medusa (Aufbau)
3. Platz:  Heinrich Steinfest: Mariaschwarz (Piper)

INTERNATIONAL:
1. Platz: Richard Stark: Fragen Sie den Papagei (Ask the Parrot)
Deutsch von Dirk van Gunsteren (Zsolnay)
2. Platz: Jerome Charyn: Citizen Sidel (Citizen Sidel)
Deutsch von Jürgen Bürger (Rotbuch)
3. Platz: Deon Meyer:  Weißer Schatten (Onsigbaar / Blood Safari)
Deutsch von Ulrich Hoffmann (Rütten & Loening)

Der Deutsche Krimi Preis ist nicht dotiert. Eine öffentliche Preis-Verleihung findet in diesem Jahr nicht statt.                                                                                                                           Wir gratulieren herzlich!