Sachsen ist eines der neuen Bundesländer, die Anfang der Neunzigerjahre an die Bundesrepublik Deutschland angegliedert wurden. Seither sind viele infrastrukturelle Maßnahmen verbessert worden, auch die Wohnsituation.

Sachsen gilt als ein wirtschaftlich solides Bundesland, weil es so gut wie keine neuen Schulden aufnimmt und wirtschaftlich in den letzten Jahren um einige Prozentpunkte dank intelligenter Investitionen zugelegt hat. Dennoch müssen die neuen Bundesländer nach dem Zusammenbruch der DDR erst wirtschaftlich und strukturell aufgebaut werden, was auch die Erschließung neuer infrastruktureller Möglichkeiten und die Suche nach neuem Wohnraum beinhaltet, da immer mehr Menschen in die sächsischen Städte ziehen. Der Solidarpakt, in welchen Investitionssummen eingezahlt werden, wird nicht ausschließlich von westdeutschen Unternehmen gespeist, Arbeitnehmer und Arbeitgeber aus ganz Deutschland müssen dafür einen Solidarbeitrag leisten.

Personen unterschiedlicher Einkommensgrundlagen wohnen in Sachsen. Beispielsweise liegt im Elbtal in der Nähe der Landeshauptstadt Dresden eine Gemeinde, die gemeinhin als der Ort mit der höchsten Millionärsdichte in Deutschland zählt. Nur wenige Kilometer dahinter, auf der anderen Seite Dresdens, findet man eine der größten modernen Siedlungsgebiete in Deutschland, dort beobachten Stadtplaner zunehmend eine Gettoisierung, da sich laut eingängiger Studien dort zahlreiche Erwerbslose ansiedeln. Man kann diese Entwicklungen nicht nur in Dresden und nicht ausschließlich in Sachsen beobachten, allerdings ist es schwer, eine ausgewogene Siedlungsstruktur zu kreieren, weil man zunehmend wohnraumgestalterische Mittel aus den Händen der Kommunen gibt. Denn die sächsischen Landes- und Kommunalregierungen verkaufen aus Spargründen zunehmend städtische Wohnungen und Grundstücke, dadurch haben sie auf die Stadtplanung weniger Einfluss. Wohnungssuchende können aber unter anderem auch in alten, aber sanierten Plattenbauten nahe den Stadtzentren unterkommen, die man in den sächsischen Großstädten eher findet als in anderen deutschen Regionen.